Definition ADS/ADHS

ADS oder ADHS steht für das Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom +/- Hyperaktivität.
4 - 10% der Weltbevölkerung leiden an dieser sog. Persönlichkeitsvariante.
Betroffen sind die Bereiche Impulsivität, Aufmerksamkeit sowie das Aktivitätslevel (hyper- oder hypoaktiv).

Aufmerksamkeitsdefizit:

Bedeutet die Unfähigkeit sich mit Dingen zu beschäftigen, die anstrengend oder langweilig sind. Es kann keine Daueraufmerksamkeit hergestellt werden, wenn die Tätigkeit nicht neu, spannend oder interessant ist.

Hyperaktivität:

Bedeutet die motorische Unruhe, die äußerlich sichtbare Überaktivität, das innere Getriebensein und die Unfähigkeit, dies "sozial erträglich" zu steuern.

Impulskontrolle:

Es fehlt die Möglichkeit der gezielten Handlungsplanung und Organisation; auch die Steuerung des Gefühlslebens fällt schwer.

Symptomatik

Für alle Menschen mit ADS gilt eine mehr oder weniger ausgeprägte Symptomatik in den Bereichen Impulsivität und Aufmerksamkeit. Die Hyperaktivität kann begleitend sein, muss aber nicht.

Aufmerksamkeit:

Hyperaktivität:

vgl. oben

Impulskontrolle:

Ursachen

Verlauf

Hyperaktivität:

Motorische Unruhe in der Kindheit wird zur inneren Unruhe im Erwachsenenalter.

Aufmerksamkeit:

Impulsivität:

Wird im Erwachsenenalter mit zunehmenden Fähigkeiten der Selbsterkenntnis evtl. etwas besser.

Erzieherische Maßnahmen/Behandlungsmöglichkeiten

Allgemein gilt für den Umgang mit Menschen, bei denen der Verdacht auf ADS vorliegt, dass es klare, konsequente Regeln und Strukturen in allen Lebensbereichen gibt. Die Erziehungsperson sollte ein durchschaubares, bestimmtes aber auch liebevolles Vorbild darstellen.
Vor allem Kinder mit ADS/ADHS können sehr anstrengend sein, deshalb ist es als Erzieher wichtig, sich eine Auszeit zu nehmen, um selbst wieder Kraft zu tanken.

Prämissen in der Erziehung:

Wichtig ist weiterhin:

Weitere Möglichkeiten der Behandlung und Intervention

Es gibt verschiedene Ansätze ein ADS/ADHS "sozial erträglich" zu gestalten. Hierzu zählen alle Formen der psychologischen Betreuung (Gesprächstherapie über die Eltern, Familientherapie, Verhaltenstherapie, allgemeine Beratung und Aufklärung, Selbsthilfegruppen, Arbeitskreise).
Sollte dies alles nicht greifen oder ist in erster Linie für das Elternhaus nicht/ schwer durchführbar sein, gibt es noch die Möglichkeit der Medikation. Diese sollte allerdings erst nach einer eingehenden, allumfassenden Anamnese und Diagnostik erfolgen, die sichergestellt hat, das es sich bei der Störung auch um ADS/ ADHS handelt. Wenn dies klar ist, machen die Medikamente auch nicht abhängig. Weiterhin ist für eine effiziente medikamentöse Behandlung wichtig, dass ein Präparat langfristig eingestellt wird und kein Wechsel innerhalb weniger Wochen von Medikamentengabe, unterschiedlichen Präparaten und Dosis erfolgt, da das Kind sonst in einem "leeren Raum" schwebt.

Komorbiditäten

Kinder

Erwachsene